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Offener Brief zur Herausgabe der Ereignismarke «Ehe für alle»

Sehr geehrte Frau Bundesrätin Sommaruga
Sehr geehrter Herr Verwaltungsratspräsident Levrat
Sehr geehrter Herr CEO Cirillo

Per 1. Juli 2022 hat die Schweizerische Post eine Ereignismarke zur «Ehe für alle», die gleichentags in Kraft getreten ist, herausgegeben. Sie haben diesen Akt dahingehend kommuniziert, «diesen Umstand mit einer Sondermarke würdigen» zu wollen. Dies ist eine eindeutige politische Positionierung seitens der Post, welche die Frage aufwirft, nach welchen Kriterien Sie Resultate von Volksabstimmungen bewerten. Hiermit protestieren wir mit Nachdruck gegen diesen Verstoss der politischen Neutralität und die missbräuchliche Verwendung von staatlichen Mitteln und Kanälen zu Propaganda-Zwecken.

Als Konzern, der zu 100% dem Staat gehört, also faktisch weiter ein Staatsbetrieb ist, sollte die Post die gesamte Bevölkerung vertreten und sich einseitiger politischer Parteinahme enthalten. Indem sich die Post derart polarisierend und gesellschaftsspaltend positioniert, trägt der «Gelbe Riese» leider nicht dazu bei, seine in vielen Bereichen stark angeknackste Glaubwürdigkeit (siehe Postauto-Skandal, Poststellenschliessungen, Rationalisierungen mit Ab-bau von Dienstleistungen etc.) wieder herzustellen.

Wir rufen in Erinnerung, dass sich in der Volksabstimmung vom 26. September 2021 immer-hin 35,9 % der Stimmbevölkerung gegen eine «Ehe für alle» ausgesprochen haben. Mit der Veröffentlichung dieser Ereignismarke übergehen Sie die Meinung von mehr als einem Drittel der Schweizer Bevölkerung. Ausserdem machen Sie als Staatsbetrieb einseitig Werbung für nur eine politische Seite. Hand aufs Herz: Hätten Sie auch eine Briefmarke herausgebracht, wenn die andere Seite gewonnen hätte, zum Beispiel mit dem Slogan: «Vom Volk bestätigt: Die Ehe, eine exklusive Verbindung zwischen Mann und Frau?»

Wir fordern Sie deshalb auf, diese Briefmarke zurückzuziehen und die Restauflage einzustampfen oder dann im Sinne der Gleichberechtigung eine Marke herauszubringen, welche einen Slogan enthält, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau als am besten für das Kindeswohl geeignete Verbindung unterstreicht.

Im Gegenzug werden wir den Webstamp-Service der Post benutzen und damit unsere eigene Briefmarke produzieren und möglichst viele davon in Umlauf bringen.

Hier unser Sujet:


Es grüsst Sie freundlich

der Trägerverein «Nein zur Ehe für alle»

Anian Liebrand, Koordinator Abstimmungskomitee
Daniel Frischknecht, Co-Präsident Abstimmungskomitee
Käthi Kaufmann, Präsidentin Trägerverein
Christoph Keel, Vizepräsident Trägerverein

Neuster «Standpunkt»

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