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Voller Einsatz für die Bauern

Leserbrief vom 4. Nov. 2018 an das Toggenburger Tagblatt.

Packend erläuterte der Schweizer Bauernverbandspräsident und Nationalrat Markus Ritter sein Engagement für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

Im Anschluss an die jährliche Mitgliederversammlung der EDU Toggenburg verstand es Markus Ritter am Samstagmorgen im Thurpark ausgezeichnet, die Zuhörer mit dem Thema «Spannungsfelder der Landwirtschaft» zu packen. Nach einem geschichtlichen Exkurs zeigte er die heutigen Herausforderungen für ihn und die Landwirte auf. Die Landwirtschaft sei ein Teil der Wirtschaft und habe Auflagen und Aufgaben, die nicht nur die Produktion umfassen und durch Direktzahlungen abgegolten werden. Er beklagte: «An den Grundnahrungsmitteln verdienen die verarbeitende Industrie und der Handel unterdessen 75 Prozent, die Bauern hingegen nur noch 25 Prozent». Die Bauern und der Bauernverband mit ihrem Präsidenten müssten die eigenen Interessen im gnadenlosen Markt und in der Politikverteidigen und durchsetzen können. Um junge Bauern in der Landwirtschaft zu halten, sei sein Auftrag auch, den wirtschaftlichen Erfolg in der Landwirtschaft zu ermöglichen und zu erhalten. Dazu gehöre Stabilität sowie Verlässlichkeit von den Bedingungen her und der Erfolg der Produkte. Dazu brauche es das Richtige mit den richtigen Leuten mit dem richtigen Tempo. 

Entscheidende Grundsätze  

Es brauche Einheit unter den Bauern für Interessen, die alle tangieren. Ebenso eine gute Organisation und ein Netzwerk in alle Regionen. Für ihn seien die Dossier Kenntnisse und das Kennen der formellen Abläufe matchentscheidend. Weiter müsse man die Medien ernst nehmen und sie mit guten Informationen versorgen können. Auch dürfe man in Bern nie Angst haben. Im Sturm müsse man standhaft bleiben und dürfe innerlich nicht kapitulieren. Strukturiertes Arbeiten gehöre dazu, um Massnahmen und Beschlüsse miteinander durchsetzen zu können. 

Die Herausforderungen bleiben hoch mit dem Raumplanungsgesetz II, weiteren Initiativen und Freihandelsabkommen. Auch die Bundesratswahlen im Dezember seien wichtig: Wer gewählt werde und wie die Departemente neu verteilt werden. Die anschliessende Diskussion wurde rege genutzt. Es bleibt für die Schreibende die Vermutung, dass zu vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht bewusst ist, wie wichtig für unser Land eine hochwertige Nahrungsmittel produzierende Landwirtschaft ist und in unerwarteten Krisen noch mehr werden könnte.Lisa Leisi, Präsidentin EDU Toggenburg