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Unterwegs zu drei Sitzen im Parlament

EDU Schweiz: Delegiertenversammlung und Wahlauftakt mit Volksfestcharakter

 

"Zurück zur Natur!" Die EDU wählte als Austragungsort für ihr 40-Jahr-Jubiläum das "Blumenstädtchen" Huttwil im Emmental. Rund 300 Mitglieder aus praktisch allen Landesteilen trafen sich auf dem Areal des "Spycher-Handwerk" zum Gedankenaustausch, zur Diskussion aktueller Fragen und zum Feiern. Den Höhepunkt bildete der Auftakt zu den nationalen Wahlen vom 18. Oktober.

"Gottes Ansichten und menschliche Massstäbe sind nicht immer deckungsgleich. Öffentliche Präsenz ist nicht immer ein Garant für den Erfolg", hielt Lukas Michel in einem geistlichen Input mit Gebet fest. Das Menschenmögliche unternehmen und gleichzeitig Gottvertrauen behalten: Dazu rief der Delegierte aus Basel-Stadt auf.


A) Unterstützung von Vorstössen und Informationen
EDU-Präsident Hans Moser (Buchs SG) begrüsste die Anwesenden zu einer DV mit besonderem Charakter: "Keine Parolen, aber Unterstützung von Initiativen und gemeinsames Feiern. Ich wünsche mir, dass das innere Feuer für unsere Arbeit mit dem heutigen Festanlass neu entzündet wird."

  • Konzernverantwortungsinitiative: Ja (grosse Mehrheit, 3 Enthaltungen)
    Parlament und Regierung etwas "Druck im Nacken" machen und die Menschenrechte nachhaltig stärken: Das waren die ausschlaggebenden Argumente für die Unterstützung der Initiative. Obwohl die Initiative nicht unbedingt ein "Kerngeschäft" der EDU betreffe, sei Ethik auch in der Wirtschaft wichtig.
  • Zersiedelung stoppen: Nein (grosse Mehrheit, 4 Enthaltungen)
    Grundtenor: erst sollte das Raumplanungsgesetz als gute Lösung umgesetzt werden, bevor neue Richtlinien beschlossen würden.
  • Vollgeld-Initiative: keine Diskussion
    Mehrheit gegen Wiedereintreten aufgrund eines Rückkommensantrags
  • Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG): Unterstützung mit eigenem ReferendumsbogenDie EDU hat entschieden, sich gegen das FMedG zu wehren. Die Thematik sei ein Kernthema der Partei, hielt alt Grossrat Martin Friedli (Sumiswald BE) fest. Das Referendum soll mit einem eigenen Unterschriftenbogen unterstützt werden.
  • Kinderadoption durch gleichgeschlechtliche Paare: nicht gegen Menschen, aber gegen die Ausweitung des Ehebegriffs; Lancieren eines allfälligen Referendums (einstimmig, Applaus).
    "Die echte, traditionelle Familie darf andern Partnerschaften mit Kindern nicht gleichgestellt werden", hielt Parteipräsident Hans Moser fest. "Die Kinderadoption wurde noch vor 8 Jahren bei der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz deutlich verneint. Bloss einige Jahre später kommt das Thema mit Vehemenz auf den Tisch", kritisierte Moser.
    Marco Giglio, Geschäftsleiter der EDU Kanton Bern, orientierte über den aktuellen Stand des Anliegens und plädierte dafür, der Geschäftsleitung grünes Licht für das Unterstützen bzw. Lancieren eines Referendums zu erteilen. Er spreche als Präsident des Komitees für die traditionelle Familie und nicht "eines Komitees gegen Schwule".
    Das Wohl des Kindes sei mehr zu gewichten als der Wunsch von Erwachsenen. Man sei nicht gegen homosexuelle Menschen, aber trete für bewährte gesellschaftliche Werte und gegen die Ausweitung des Begriffs der Ehe ein, wurde in der Diskussion festgehalten. Es gehe neben dem Kindeswohl auch um ein Kindesrecht: das Recht auf Mutter und Vater.

B) Festakt mit Wahlauftakt: "Zurück nach Bern"
Der Einmarsch der anwesenden Kandidierenden mit Gesang der Nationalhymne gab den Auftakt zum öffentlichen Nachmittagsprogramm. Die EDU wird in insgesamt 12 Kantonen antreten. "Ich danke herzlich für Ihren Einsatz und bin überzeugt, dass wir uns spätestens bei der Wahlfeier wiedersehen!", rief Parteipräsident Hans Moser den rund 60 Frauen und Männern zu.

Die EDU betone auch in diesem Wahlkampf Werte wie die traditionelle Familie, den Schutz des Lebens, der Gebrechlichen und der Ungeborenen und die Ehe. Moser: "Die traditionellen Werte geraten immer mehr unter Beschuss. Der Generationenvertrag wird auf längere Sicht nicht mehr möglich sein. Der Slogan 'mein Bauch gehört mir', hat dazu geführt, dass sich Männer zunehmend aus der Verantwortung stehlen." Die EDU halte am bilateralen Weg fest und wehre sich gegen den Beitritt zur EU.

Bezüglich der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare betone die EDU nebst dem Kindeswohl auch das Kinderrecht: "Nämlich das Recht auf Mutter und Vater." Die Partei setze sich für ein biblisch-christliches Weltbild ein und beobachte die schleichende Unterwanderung des christlichen Abendlandes mit grosser Besorgnis. Die EDU zeige politisch Farbe. Auch im 41. Jahr ihres Bestehens halte die EDU an ihren Grundlagen fest: dem Evangelium und den ewiggültigen Aussagen der Heiligen Schrift.

Der Wahlantritt erfolgt in 13 Kantonen, wovon 3 aus der Westschweiz. Die Listenverbindungen wurden als rechnerisches Hilfsmittel sehr breit eingegangen, von EVP bis SVP.
 
Der im Hintergrund laufende Dokumentarfilm "40 Jahre EDU Schweiz" orientierte über vergangene Höhepunkte und aktuelle Fragestellungen. Das Gelände des "Wollenhofs" Spycher-Handwerk bot vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung und zum Gedankenaustausch. Mit Streichelzoo, Hüpfburg und anderem kam auch der Nachwuchs auf die Rechnung.
 
Ihre Ansprechpersonen für Stellungnahmen:
Hans Moser, Präsident EDU Schweiz                                079 610 42 37
alt Grossrat Martin Friedli, Mitglied GL EDU Schweiz     079 848 97 96
Samuel Kullmann, Pol. Mitarbeiter EDU Schweiz            079 720 77 86