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Spalterische Überheblichkeit

Leserbrief zum Interview «Man kann nicht auf jeden Einzelnen Rücksicht nehmen» vom 30.09.21 im St. Galler Tagblatt, erschienen am 11.10.21 im Tagblatt:

Leider dürfen vor allem Experten und Menschen mit den richtigen Überzeugungen zu den Coronamassnahmen und Impfungen Stellung beziehen. Dazu wird in unserer «freien Gesellschaft» sogar Zensur immer mehr angewendet und leider auch begrüsst. Die Art und Weise wie Urs Saxer die Impfkritiker darstellt und verurteilt, hilft nicht zu mehr gegenseitigem Verständnis und Toleranz. Das ist auch gar nicht gewollt, weil endlich möglichst alle Menschen begreifen sollen, dass nur die Impfung die Rettung bringt. Nur wer das glaubt, gehört zu den Guten, Solidarischen, ja zu den Rettern aus der Krise. Für Nichtgläubige ist der Impfzwang ein probates Mittel.

Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass die grösste gegenwärtige Krise sehr viel mehr mit den unverhältnismässigen Massnahmen und den damit verbundenen Kollateralschäden zu tun hat, als uns lieb ist. Erkenntnisse wie, dass Vollständig geimpfte über 60-Jährige sich häufiger mit der Delta-Variante anstecken als ungeimpfte, werden leider lieber nicht über die offiziellen Kanäle weiterverbreitet. Zu diesem Schluss kommt Professor Warren Kindzierski von der Universität von Alberta nach der Auswertung der Daten aus England, Schottland und Israel.

Dringend nötig ist ein freier Austausch von Informationen unter den verschiedensten Experten für den bestmöglichen Umgang mit dem Virus. Lassen wir uns nicht mehr so einschränken, lernen wir mit dem Virus zu leben.

 

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt, CH